Katzenumzug, Yper
Plüschkatzen und Hexenverbrennung 13. Mai 2012
Die ‚Katzenprozession’ kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits im Mittelalter festigte sich in Europa der Brauch, Katzen zu opfern, da sie mit dem Teufel in Verbindung gebracht wurden. Heute kommen aber natürlich keine echten Katzen mehr zu Schaden, sondern nur Stofftiere. Alle drei Jahre feiert Ieper den auf keltisch-germanisch Wurzeln beruhenden Katzenumzug, bei dem Hunderte verkleidete miauende „Katzen“ durch die Straßen ziehen.
Schon am Vortag des Umzugs halten die flämischen Adligen der verschiedenen Provinzen Einzug in die Stadt, um die Hexe und die Katze zu verurteilen. Mit nicht wenig Spektakel wird die verurteilte Hexe, begleitet von den Adligen und Soldaten sowie Tänzern und anderen Hexen zum Gefängnis gebracht, um dort ihre letzte Nacht zu verbringen.
Am Sonntag ist es dann so weit. Von einem aufwendigen Umzug begleitet, begeben sich die Teilnehmer des Zuges zum großen Markt, um der Opferung beizuwohnen. Dort postiert sich der Stadtnarr auf dem Belfried und wirft nach einem Tanz die ersten Katzen vom Turm. Danach beginnt die Hexenverbrennung. |