Flanderns schöne seiten // Ausgabe 09 02.09.2010



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Memling
Wegbereiter der niederländischen Renaissance

Hans Memling (geb. ca. 1430 in Seligenstadt bei Frankfurt – gest. 1494 in Brügge) erhielt seine Ausbildung in Brüssel bei einem Meister der Flämischen Primitiven – Rogier van der Weyden. Nach dessen Tod zog es ihn dann mit ca. 25 Jahren nach Brügge. Stark geprägt durch seinen Lehrmeister entwickelte Memling sich ebenfalls zu einem Vertreter der Flämischen Primitiven. Im Gegensatz zu van der Weyden waren seine Malereien jedoch weniger herb. Die Einzigartigkeit der Werke Memlings drückt sich besonders durch die Vollendung in Farbe und Modellierung aus.

Neben religiösen Werken malte Memling, der schnell nach seiner Ankunft in Brügge zum Lieblingsmaler des Bürgertums avancierte, auch profane Portraits. Zu Lebzeiten gehörte Memling zu den wohlhabendsten Bürgern Brügges. Er starb aber verarmt und konnte somit kein standesgemäßes Grab in der St.-Gillis-Kirche bekommen, sondern wurde stattdessen „nur“ auf dem Friedhof begraben.

Es wird Memling nachgesagt, dass er, gestützt auf die Kunst von van Eyck und van der Weyden, die Basis für das Renaissancebildnis der Niederlande geschaffen hat.

Die Hauptwerke Memlings sind im Sint-Janshospital in Brügge zu besichtigen:
Triptychon von Johannes dem Täufer (1474 – 1479)
Triptychon von Jan Flreins (1479)
Diptychon von Maarten van Nieuwenhove (1487)
Reliquienschrein der Hl. Ursula (1489)
Triptychon von Adriaan Reins (1480)
Portrait einer jungen Frau (1480)

Im Groeningemuseum in Brügge befindet sich ein Triptychon mit den Heiligen Christoph, Maurus und Ägidius sowie dem Stifter und seine Familie.
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