Die Riesen von Flandern
Die UNESCO erklärt nicht nur herausragende Bauwerke und Naturstätten zum Weltkulturerbe sondern auch die kulturelle Vielfalt wie Tanz, Theater, Musik, mündliche Literaturformen, Sprachen, Bräuche, Feste, Handwerkstechniken und Wissensformen bestimmter Länder und Regionen. Im Jahr 2005 wurden die Prozessionen der Riesen und Drachen in Belgien von der UNESCO als Teil des immateriellen Kulturerbes anerkannt.
Allein in Flandern gibt es mehr als 17.000 Riesen. Sie treten oftmals in einer eigenen Parade bei Volksfesten und Kirmessen auf und stellen häufig berühmte Stadtcharaktere aus der Vergangenheit dar. Riesen sind also nicht nur furchteinflößend und beängstigend, sondern auch eng mit der Geschichte und dem Leben der Stadt verbunden. Im folkloristischen Brauchtum wurden die Puppen früher als Beschützer einer Stadt angesehen. Heute haben sie sich zu Maskottchen entwickelt, die häufig das Spiegelbild einer Gemeinde darstellen. Lokale Sportvereine tragen den Namen ihres ortseigenen Riesen und selbt die Kaninchenrasse "Der Belgische Riese" führt auf diese Folkloretradition zurück.
Einige Riesen im Überblick:
"Jan Turpijn" aus Nieuwpoort, der Superstar unter den Riesen, Größe: 10,60m "Wanne" aus Wenduine, Garnelenliebhaber, Größe: 3,80m "Rolarius" aus Roeselare, Lieblingsspeise: kleine Kinder, Größe: 5,30m "Celest" aus Rupelmonde, störrischer Seemann, Größe: 3,50 "Ros Beiaard und die drei Riesen von Dendermonde" |